Hinter den Kulissen einer Tanzproduktion

Mein Beitrag zur Kultur-Blogparade 2013: „Der Blick hinter die Kulisse – unser Arbeitsalltag“.

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Vor fast einem Jahr schrieb ich diesen Beitrag zur Blogparade des Residenzmuseums München.
Damals war ich noch zu 50% direkt am Stadttheater Bern angestellt, heute bin ich zu 80% bei einem Finanzdienstleister.
Damals war es noch ein Gastbeitrag auf dem “aufbruch”-Blog, heute schreibe ich auf meinem Eigenen. Vieles hat sich geändert, aber eines blieb, meine Leidenschaft für Social Media und die Kunst.

Deshalb begleite ich auch 1 Jahr nach “VvonWatt” wieder eine Tanzproduktion sozial-medial. Freiwillig und neben meiner  regulären Arbeit. Und wieder für das Stadttheater Bern, dass jetzt KonzertTheaterBern heisst, neu mit vier Sparten aufwartet und unter neuer Leitung weiterhin gelobt und kritisiert wird.

Letztes Jahr hatte ich einige meiner Erkenntnisse im Kulturmanagement Blog aufgeschrieben.  Dazu gehörten meine Learnings (im Abschnitt “was hat nicht so gut funktioniert“). Die gewünschte Nachhaltigkeit konnte auch diesmal leider kein Thema sein – meine Stelle am STB/KTB ist jedenfalls nicht neu besetzt. Ein anderer Punkt vom letzten Jahr wurde aber quasi zur Prämisse:

Ein zukünftiges Projekt würde ich enger mit der Produktion verknüpfen und im Haus verankern. Auch inhaltlich könnte so ein noch effektiverer Spannungsbogen und ein grösseres Involvement erzeugt werden, z.B. indem die Follower einen kleinen Aspekt der Geschichte/Produktion verändern oder mitbestimmen können und dies später in der Aufführung zu sehen ist.

Das war mir wirklich ein grosses Anliegen, da ich bei VvonWatt das Gefühl hatte, sehr weit weg zu sein vom Geschehen. Mein diesjähriges Projekt heisst nun “Hexenhatz” und es ist fest mit der Tanz-Produktion Hexenhatz verknüpft. Diesmal generiere ich den Content nicht selber, sondern versuche die Beteiligten dazu zu befähigen, Ihren Arbeitsalltag via Social Media in die Welt zu tragen. Meine Arbeit besteht darin, dafür zu sorgen, dass alle Inputs über die verschiedenen Plattformen, die die Tänzer und die Choreografin bespielen, an einem Ort zusammenlaufen und von dort weiterverbreitet werden. Ich nenne das – in Anlehnung an den User Generated Content – Participant Generated Content:

@cathyrmarston working with all the women of #hexenhatz . Come see more tonight in our open rehearsal tonight at 7! – Anton Rosenberg

Als Zuschauer habe ich viele Möglichkeiten, dem Probenprozess zu folgen. Ich kann Tumblr direkt folgen oder ich kann einzelnen Tänzern auf Twitter und Instagram direkt folgen. Ich kann aber auch der Facebook-Gruppe beitreten, die das BernBallett seit Jahren begleitet. Ich tauche als Zuschauer also ein in die Welt der Tänzer und erfahre auf dem Kanal, der mir am liebsten ist, immer wieder kleine Happen über die Produktion und werde so immer weiter an die Premiere herangeführt. Eigentlich ist also nicht dieser Post mein Beitrag an die Blogparade sondern das ganze Projekt. :)

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“To most normal people, this is a tennis ball, to dancers, this is a free massage” – matthewohare

Meine Arbeit am Projekt habe ich bereits hier beschrieben und werde es auf diesem Blog weiterhin in unregelmässigen Abständen tun. Neben meiner 80% Stelle und zwei kleinen Kindern (2 1/2 und 1/2) bleibt nur hin und wieder ein kleines Zeitfenster, dass ich nutzen kann, um weitere Ideen ins Projekt zu implementieren oder darüber zu schreiben. Aber das ist das spannende für mich diesmal. Ich begleite die Künstler sehr eng, wenn auch virtuell über eine speziell eingerichtete Facebookgruppe. So haben wir Zeit, dieses Projekt gemeinsam immer weiter zu entwickeln. Ideen kann ich schnell aufnehmen und umsetzen, ohne dass lange Abstimmungen notwendig sind. Wenn etwas nicht funktioniert, machen wir halt etwas anderes. Das Grandiose an den Tänzern ist, dass sie Digital Natives sind, die sozialen Medien also wie gewohnt einsetze und ich Ihnen nur von Zeit zu Zeit sagen muss, dass Sie kein “Werbesprech” benutzen brauchen, sondern wie mit ihren Freunden sprechen sollen.

Am 23.04. ist Premiere und im Mai folgt noch eine kleine Tour nach London ans Linbury Studio Theatre des Royal Opera House. Mindestens bis dahin werden die Tänzer weiterberichten aus ihrem Arbeitsalltag, ob über Twitter, Instagram, Blog oder (dann mal) Vine.

Ich bin gespannt!